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E 960

Steviolglycoside

 

Süßungsmittel

 

Erläuterung

Steviolglycoside werden aus den Blättern des Stevia-Krautes (Stevia rebaudiana) gewonnen. Ursprünglich in Südamerika beheimatet, wird die Pflanze heute vor allem in China in großem Stil angebaut, dort erfolgt in der Regel auch die Weiterverarbeitung.

Die Blätter der Stevia-Pflanze enthalten verschiedene Stoffe aus der Gruppe der Glycoside, für ihre Süßkraft sind vor Steviosid und Rebaudiosid A bedeutsam. Je nach Verhältnis können sie in der Summe bis zu 300 mal süßer als Zucker sein. Steviolglycoside bringen keine Energie mit und wirken nicht kariogen. Der Süßstoff hat allerdings einen bitteren, an Lakritze erinnernden Nachgeschmack

Wegen seines eigenwilligen Eigengeschmacks wird E 960 in der Lebensmittelindustrie zumeist in Kombination mit anderen Süßstoffen oder Zucker eingesetzt. Wichtigstes Einsatzgebiet sind derzeitdie nicht-alkoholischen, aromatisierten Erfrischungsgetränke.

Herstellung

Aus den getrockneten Blättern der Stevia-Pflanze wird ein wässriger Extrakt gewonnen. Dieser wird von mit Hilfe von Chemikalien von Verunreinigungen befreit. Mit Alkohol werden daraus die Steviolglycoside in der nötigen Reinheit von 95 % gewonnen.

Einsatz

Steviolglycoside sind – mit Höchstmengenbeschränkungen - nur für bestimmte Lebensmittel zugelassen. Dazu gehören unter anderem:

  • Joghurt

  • Zuckerfreie Süßigkeiten

  • Kaugummi

  • Tafelsüßen, Süßstofftabletten

  • Suppen, Brühen, Soßen

  • Süßsaure Erzeugnisse aus Fisch und Seetieren

  • Nahrungsergänzungsmittel

Sicherheit

  • ADI‑WertADI‑Wert: 4 mg/kg Körpergewicht und Tag

  • Steviolglycoside gelten als unbedenklich.

  • Steviol selbst hemmt die männlichen Sexualhormone. Da es nur in sehr geringen Mengen eingesetzt und zudem kaum vom Körper aufgenommen wird, wird derzeit ein nennenswerter Einfluss ausgeschlossen.
  • Die Pflanze selbst, ihre Blätter sowie weniger aufgereinigte Extrakte daraus dürfen bisher in der Europäischen Union nicht als Lebensmittel in den Handel gebracht werden. Bisher konnte nicht in der geforderten wissenschaftlichen Genauigkeit nachgewiesen werden, dass die Pflanzenteile gesundheitlich unbedenklich sind.

17. Januar 2013 [nach oben springen]

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