Do 18.07.2019 | 09:15 Uhr

E 150a

Zuckerkulör

GVO

 

Farbstoff

 

Erläuterung

Als Zuckerkulör wird die Mischung brauner bis schwarzer Farbstoffe bezeichnet, die entsteht, wenn Zucker bzw. StärkeStärke unter Einsatz von reaktionsbeschleunigenden Chemikalien stark erhitzt werden. Die chemischen Produkte dieser so genannten Karamellisierung sind die gleichen, wie sie auch beim Braten und Backen entstehen, wenn KohlenhydrateKohlenhydrate in Gegenwart von Eiweißbausteinen (AminosäurenAminosäuren) oder anderen Aminen erhitzt werden (Maillard-Reaktion). Zuckerkulör ist wasser- und alkohollöslich und gegen Hitze und Licht stabil. Zuckerkulör schmeckt bitter und riecht verbrannt. Es ist nicht zu verwechseln mit dem süßen und angenehm duftenden Karamell, das sich bildet, wenn Zucker allein ohne Zuhilfenahme weiterer Chemikalien erhitzt wird.

Herstellung

Wenn Haushaltszucker, Glucose, Fructose oder Invertzucker unter Zuhilfenahme von Reaktionsbeschleunigern kontrolliert auf 120 bis 150 °C erhitzt werden, entsteht Zuckerkulör. Die jeweiligen Reaktionsbeschleuniger sind das Unterscheidungsmerkmal für die verschiedenen Zuckerkulöre. Im Falle der einfachen Zuckerkulör kommen Natronlauge oder starke Säuren zum Einsatz. Der Einsatz gentechnisch veränderter Organismengentechnisch veränderter Organismen ist möglich.

Einsatz

Zuckerkulör ist ohne Höchstmengenbeschränkung (quantum satis) für alle Lebensmittel zugelassen, denen grundsätzlich Zusatzstoffe zugesetzt werden dürfen. Ausnahmen gelten allerdings für solche Lebensmittel, in denen der Farbstoff zur Täuschung beitragen könnte wie zum Beispiel Brot. Zuckerkulör wird unter anderem eingesetzt in:

  • Süßwaren

  • Cola

  • Bier, Whiskey und anderen Spirituosen aus Getreide

  • Essig

  • in Essig oder Salzlake eingelegten Gemüsen

  • Frühstücksgetreideprodukte

  • Malzbrot

  • Wurstwaren, britische Frühstückswürstchen

Darüber hinaus ist Zuckerkulör zum Färben von Arzneimitteln und Kosmetika zugelassen.

qs = quantum satis (wörtlich etwa: ausreichende Menge). Eine Höchstmenge ist nicht vorgeschrieben. Es darf jedoch nur soviel eingesetzt werden, wie für die gewünschte Wirkung unbedingt notwendig ist.

Sicherheit

  • ADI-Wert: 300 mg/kg Körpergewicht für die Summe aller Zuckerkulöre (E150 a - d).

  • Zuckerkulör gilt als unbedenklich

 

Siehe auch:

 

Gentechnik

GVO

Bei der Herstellung dieses Zusatzstoffes ist der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) möglich.
 Nähere Informationen

TransGen: Zuckerkulör

Fragen und Antworten
Die häufigsten Fragen - und die Antworten
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Recht und Zulassung
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Zulassung
Kennzeichnung
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Herstellung und Verwendung
Die Funktionsklassen
Von Antioxidationsmittel bis Verdickungsmittel
Gentechnik bei der Herstellung von Zusatzstoffen
Zusatzstoffe aus tierischen Rohstoffen
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Gesundheit
ADI-Wert: Wie viel Zusatzstoff darf's sein?
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17. November 2011 [nach oben springen]

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