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Milchsäure

BIO 

GVO

 

Säuerungsmittel

 

auch: D-, L-Milchsäure

 

Erläuterung

Milchsäure ist eine natürlich vorkommende organische Säure. Sie entsteht als Zwischenprodukt im Stoffwechsel lebender Zellen. Ihre konservierenden Eigenschaften nutzen Menschen seit Jahrhunderten beim milchsauren Einlegen: Milchsäure senkt den Säuregrad der Lebensmittel und wirkt gegen einige, vorwiegend anaerob (ohne Luftsauerstoff) lebende Bakterien direkt. Zugleich verdrängen Milchsäurebakterien andere Mikroorganismen. Mit ihrem mildsauren Geschmack wird Milchsäure als Säuerungsmittel in Getränken, Süßwaren und Sauerkonserven zur Abrundung des Geschmacks eingesetzt.

In der Natur kommt Milchsäure in zwei Varianten vor. Die beiden Moleküle unterscheiden sich an einer einzigen Stelle, an der ihre Atome unterschiedlich ausgerichtet sind. Diese beiden Varianten haben unterschiedliche physikalische Eigenschaften. Eine davon wird mit Hilfe polarisierten Lichts, das durch eine Milchsäure-Lösung geschickt wird, nachgewiesen: Rechtsdrehende Milchsäure, wie sie auch im menschlichen Organismus gebildet wird, dreht polarisiertes Licht nach rechts. Diese L(+)-Milchsäure wird vom Körper sehr gut und schnell verdaut. D(-)-Milchsäure dreht polarisiertes Licht dagegen nach links. Diese Milchsäure wird im Körper mit Hilfe eines bestimmten EnzymsEnzyms zunächst in rechtsdrehende umgewandelt, bevor sie verwertet werden kann.

Herstellung

Milchsäure wird überwiegend mit Hilfe verschiedener Milchsäurebakterien hergestellt. Je nach Art produzieren die Bakterien überwiegend rechts- oder linksdrehende Milchsäure, einige auch ein ausgeglichenes Gemisch aus beiden. Der Einsatz gentechnisch veränderter Organismengentechnisch veränderter Organismen ist möglich.

Milchsäure kann auch durch chemische Reaktionen synthetisiert werden.

Einsatz

Milchsäure ist ohne Höchstmengenbeschränkung (quantum satis) für Lebensmittel allgemein zugelassen. Ausgenommen sind lediglich unbehandelte und solche Lebensmittel, die nach dem Willen des Gesetzgebers nicht durch Zusatzstoffe verändert werden sollen. Milchsäure ist insbesondere zu finden in:

  • sauer eingelegtem Gemüse

  • Fruchtnektaren (max. 5 g/l)

  • Konfitüren

  • Süßwaren und Desserts

  • Feinkostsalaten

  • Bier

Weil der Stoffwechsel von Säuglingen unter Umständen noch nicht in der Lage ist, links- in rechtsdrehende Milchsäure umzuwandeln, ist für Säuglingsnahrung ausschließlich L (+)-Milchsäure zugelassen.

qs = quantum satis (wörtlich etwa: ausreichende Menge). Eine Höchstmenge ist nicht vorgeschrieben. Es darf jedoch nur soviel eingesetzt werden, wie für die gewünschte Wirkung unbedingt notwendig ist.

Sicherheit

  • ADI‑WertADI‑Wert: nicht festgelegt

  • Milchsäure gilt als unbedenklich.

 

Bioprodukte

BIO

Dieser Zusatzstoff ist gemäß der EG-Öko-Verordnung für die Herstellung von Bio-Lebensmitteln erlaubt.
Gentechnik

GVO

Bei der Herstellung dieses Zusatzstoffes ist der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) möglich.
 Nähere Informationen

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17. Januar 2013 [nach oben springen]

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