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E 220

Schwefeldioxid

BIO

 

Konservierungsstoff, Antioxidationsmittel

 

auch: Schweflige Säure

 

Erläuterung

Schwefeldioxid ist ein farbloses, in der Natur verbreitet vorkommendes Gas. In der Lebensmittelindustrie wird Schwefeldioxid als Gas oder in Wasser gelöst (Schweflige Säure) eingesetzt. Zum Einsatz kommen außerdem die Salze der Schwefligen Säure, die Sulfite. Indem es die Wirksamkeit bestimmter Stoffwechselhilfsstoffe (Enzyme) blockiert, wirkt Schwefeldioxid gegen Hefen, Pilze und Bakterien. Durch Enzymblockaden verhindert es zudem unerwünschte Braunfärbungen. Schwefeldioxid reagiert auf verschiedene Weise mit vielen Lebensmittelinhaltsstoffen und wirkt unter anderem dem Abbau von Farbstoffen, Vitaminen und Aromen durch Sauerstoffeinfluss entgegen. Allerdings zerstören die Schwefelverbindungen das Vitamin B1 (Thiamin) in Lebensmitteln. Für Grundnahrungsmittel und Lebensmittel, die stark zur Thiamin-Versorgung beitragen, wie Getreideerzeugnisse, Milcherzeugnisse, Fruchtsaft, Fleischwaren und Bier, dürfen Schwefeldioxid und Sulfite daher nicht eingesetzt werden.

Herstellung

Schwefeldioxid wird durch starkes Erhitzen schwefelhaltiger Erze oder Verbrennen organischer Materialien gewonnen. Im Anschluss wird es mit Hilfe großer Kälte gereinigt.

Einsatz

Schwefeldioxid und Sulfite sind zusammen für unterschiedliche Lebensmittel zugelassen, werden jedoch verschieden eingesetzt. Die Höchstmengenbegrenzung bezieht sich dabei stets auf die Menge Schwefeldioxid, die bei Abgabe an Verbraucher noch in dem Lebensmittel enthalten sein darf.

  • gesalzener Trockenfisch (max. 200 mg/kg)

  • Stärke, Sago, Graupen (max. 50 bzw. 30 mg/kg)

  • Chips und andere getrocknete Kartoffelerzeugnisse (max. 50 mg/kg)

  • weiße Gemüsesorten getrocknet (max. 400 mg/kg) oder tiefgefroren (max. 50 mg/kg)

  • getrocknete Tomaten (max. 200 mg/kg)

  • Trockenfrüchte inkl. Nüssen mit Schale (je nach Fruchtart max. 500 – 2.000 mg/kg)

  • Fleisch-, Fisch- und Meerestierersatzprodukte (max. 200 mg/kg)

  • Der Einsatz von Schwefeldioxid und insbesondere von Kaliumsulfiten (E 224E 224, E 228E 228) ist in der Weinherstellung weit verbreitet. Die Schwefelverbindungen werden aber auch zum Reinigen der Fässer eingesetzt und gelangen auf diesem Wege in den Wein. Schwefelgehalte von mehr als 10 mg/l im Endprodukt müssen auch auf Weinetiketten gekennzeichnet werden.

  • Schwefeldioxid und Sulfite sind außerdem in Kosmetika und als Desinfektionsmittel in der Lebensmittelindustrie im Einsatz.

Sicherheit

  • ADI‑WertADI‑Wert: 0,7 mg/kg Körpergewicht

  • Für die meisten Menschen sind Schwefeldioxid und Sulfite unbedenklich, weil ein körpereigenes Enzym für den schnellen Abbau der Stoffe sorgt. Bei Menschen, die von diesem Enzym weniger haben, kann es jedoch zu gesundheitlichen Problemen durch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen kommen. Bei Asthmatikern können die Schwefelverbindungen zudem Asthmaanfälle hervorrufen (Sulfitasthma). In seltenen Fällen wurden allergischeallergische und allergieähnliche Reaktionen (PseudoallergienPseudoallergien) beobachtet.

 

Siehe auch:

 

Bioprodukte

BIO

Dieser Zusatzstoff ist gemäß der EG-Öko-Verordnung für die Herstellung von Bio-Lebensmitteln erlaubt.
09. Januar 2013 [nach oben springen]

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