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E 122

Azorubin

 

Farbstoff

 

auch: Carmoisin

 

Erläuterung

Der synthetisch hergestellte Farbstoff Azorubin färbt Lebensmittel rot. Er gehört zur Gruppe der AzofarbstoffeAzofarbstoffe und ist chemisch eng verwandt mit Amaranth (E 123)Amaranth (E 123). Der wasserlösliche Farbstoff ist beständig gegen Licht, Hitze und Fruchtsäuren.

Herstellung

Azorubin wird in einem mehrstufigen Prozess, der so genannten Azokupplung, chemisch synthetisiert. Dabei entsteht die für alle Azofarbstoffe charakteristische Azogruppe aus zwei Stickstoffatomen. Unter Azorubin wird im Allgmeinen das Natriumsalz der Verbindung verstanden. Das Calcium- und Kaliumsalz sowie der Aluminiumlack des Azorubins sind ebenfalls zugelassen.

Einsatz

Azorubin darf nur in bestimmten Lebensmitteln eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Surimi und Lachsersatz (500 mg/kg)

  • Nahrungsergänzungsmittel (max. 300 mg/kg)

  • Senf (max. 300 mg/l)

  • gesalzene Knabberartikel aus Kartoffeln oder Getreide (max. 200 mg/kg)

  • Aromatisiertem Schmelzkäse (max. 100 mg/kg)

  • Fleisch- und Fischersatzprodukte aus pflanzlichem Eiweiß (max. 100 mg/kg)

  • Spirituosen, Frucht- und Obstweine (max. 200 mg/l)

  • Brausepulver, Brausen, Sirup (max. 50 mg/l)

  • Speiseeis, Pudding und Desserts (max. 50 mg/kg)

  • Kuchen, Kekse, Blätterteiggebäck (max. 50 mg/kg)

  • Süßwaren (max. 50 mg/kg)

  • Marmeladen, Konfitüren, Fruchtzubereitungen (qs)

Um Violett- und Brauntöne zu erhalten, wird Azorubin in Mischungen mit anderen Farbstoffen eingesetzt. Der Stoff ist zudem zum Färben von Kosmetika, Arzneimitteln und Textilien zugelassen.

qs = quantum satis (wörtlich etwa: ausreichende Menge). Eine Höchstmenge ist nicht vorgeschrieben. Es darf jedoch nur soviel eingesetzt werden, wie für die gewünschte Wirkung unbedingt notwendig ist.

Sicherheit

  • ADI‑WertADI‑Wert: 4,0 mg/kg Körpergewicht

  • Azorubin kann bei entsprechend veranlagten Menschen pseudoallergische Reaktionenpseudoallergische Reaktionen auslösen. Insbesondere, wenn bereits eine AllergieAllergie gegen Salicylsäure und ihre Abkömmlinge besteht, kann es zu Symptomen auf der Haut oder an den Atemwegen kommen.

  • Die so genannten Salicylate finden sich in Aspirin (Wirkstoff Acetylsalicylsäure) sowie natürlicherweise in Ananas, Apfelsinen, Aprikosen, Erdbeeren, Grapefruit, Himbeeren, Honig, Johannisbeeren (rot und schwarz), Weintrauben und Zitronen. Auch Personen, die empfindlich auf Benzoesäure (E 210)Benzoesäure (E 210) reagieren, können pseudoallergisch auf Azorubin reagieren.

  • Lebensmittel, die diesen Farbstoff enthalten, müssen seit dem 20. Juli 2010 den folgenden Hinweis auf dem Etikett tragen: "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen".

  • Im Zuge der Neubewertung von E 122 im Jahr 2009 sah die EFSA keinen Anlass, etwas an der Bewertung oder der Zulassung von Azorubin zu ändern. 

 

Siehe auch:

 

19. November 2010 [nach oben springen]

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