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Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Neue Gesetzgebung in der EU


Am 20. Januar 2009 ist eine neue europaweite Gesetzgebung für die Verwendung von Zusatzstoffen in Lebensmitteln in Kraft getreten. Auch eine besondere Kennzeichnung von Produkten, die bestimmte Farbstoffe enthalten, ist vorgesehen.

Rund ein Dutzend EU-Regeln befasst sich derzeit mit der Verwendung von Zusatzstoffen in Lebensmitteln. Durch zwei neue Verordnungen werden die Bestimmungen vereinfacht und auf den aktuellen Stand der Wissenschaft gebracht. Das Regelwerk bringt dem Verbraucher mehr Sicherheit. Es soll aber auch dazu beitragen, dass Lebensmittel auf dem europäischen Markt leichter angeboten werden können.

Die erste Verordnung umfasst ein einheitliches Zulassungsverfahren für Lebensmittelzusatzstoffe, Enzyme und Aromen. Weitere Vorschriften sind in der zweiten Verordnung zusammengefasst, die erst ab dem 20. Januar 2010 gültig ist.

Zusatzstoffe müssen zum Vorteil des Verbrauchers sein

Nur Zusatzstoffe, die sicher in der Anwendung sind und für die es einen technologischen Bedarf gibt, dürfen zugelassen werden. Weitere Voraussetzungen sind, dass der Einsatz den Verbraucher nicht täuscht und ihm Vorteile bringt. 

Verboten sind (bis auf wenige Ausnahmen)

  • Zusatzstoffe in unverarbeiteten Erzeugnissen.

  • Süß- und Farbstoffe in Lebensmitteln für Babys und Kleinkinder.

Die Mitgliedsstaaten können den Einsatz einiger Zusatzstoffe in traditionellen Produkten verbieten. So muss Bier, das in Deutschland nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wurde, frei von Zusatzstoffen sein.

Bewertung aller Zusatzstoffe durch die EFSA

Nur rechtmäßig zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe dürfen in Nahrungsmitteln eingesetzt werden. Die Zulassung erfolgt auf der Basis einer Bewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Anschließend hat die EU-Kommission neun Monate Zeit, um die neue Substanz in einer so genannten Gemeinschaftsliste aufzuführen.

Parallel zu neuen Anträgen werden die mehr als 300 in der EU bereits zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe nach und nach erneut überprüft. Als erste Gruppe stehen seit 2007 die Farbstoffe auf dem Prüfstand. Und die Wissenschaftler sind bereits fündig geworden: Der Farbstoff E 128 darf Nahrungsmitteln nicht mehr zugesetzt werden.

Besondere Kennzeichnung für Azofarbstoffe

Lebensmittel mit folgenden Farbstoffen müssen ab dem 20. Juli 2010 neben der E-Nummer vorsorglich den Aufdruck "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" tragen:

E 102 TartrazinE 102 Tartrazin

E 104
            ChinolingelbE 104 Chinolingelb

E 110 Gelborange
            S (Gelborange RGL)E 110 Gelborange S (Gelborange RGL)

E 122 Azorubin (Carmoisin)E 122 Azorubin (Carmoisin)

E 124
            Conchenillerot A (Ponceau 4 R, Victoriascharlach 4 R)E 124 Conchenillerot A (Ponceau 4 R, Victoriascharlach 4 R)

E 129 Allurarot
            ACE 129 Allurarot AC

Diese Zusatzstoffe sind vor allem in Erfrischungsgetränken, Süßwaren, Speiseeis und feinen Backwaren enthalten. 

Mit diesem Beschluss setzt das EU-Parlament den vorbeugenden Verbraucherschutz durch. Denn erst im März 2008 kam die EFSA zu dem Schluss, dass eine entsprechende Studie keine ausreichende Beweise dafür liefere, dass die Farbstoffe mit Hyperaktivität bei Kindern in Zusammenhang stehen.

Gentechnik-Kennzeichnung: Nichts Neues

Bei der Gentechnik-Kennzeichnung bleibt alles beim Alten. Wie bisher sind Zusatzstoffe kennzeichnungspflichtig, wenn sie aus einem gentechnisch veränderten Organismus gewonnen werden. Das sind beispielsweise Lecithin
            (E 322)Lecithin (E 322) aus gentechnisch veränderten (gv) Sojabohnen oder Methylcellulose
            (E 461)Methylcellulose (E 461) aus gv-Baumwolle. Werden Zusatzstoffe mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt, muss dieses Verfahren auch nach dem neuen Rechtspaket nicht auf dem Etikett deklariert werden.

 

21. Januar 2009 [nach oben springen]

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