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Herstellung

Gentechnik bei Zusatzstoffen


Auch bei Zusatzstoffen kann Gentechnik eine Rolle spielen. Die Rohstoffe, aus denen Zusatzstoffe hergestellt werden, können aus gentechnisch veränderten Pflanzen stammen. Möglich ist aber auch der Einsatz gentechnisch veränderter Mikroorganismen. Nur in wenigen Fällen ist eine besondere Kennzeichnung vorgeschrieben.

Zusatzstoffe aus gentechnisch veränderten Pflanzen. Einige Zusatzstoffe werden aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt, etwa Soja, Mais oder Baumwolle. Bei diesen Pflanzenarten werden weltweit gentechnisch veränderte Sorten großflächig angebaut. Je nach Herkunft der Rohstoffe können die jeweiligen Zusatzstoffe vollständig oder zu einem gewissen Anteil aus gentechnisch veränderte Pflanzen bestehen.

Beispiele:

Kennzeichnung:

  • Zusatzstoffe, die unmittelbar aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt sind, müssen gekennzeichnet werden.

  • Auf der Zutatenliste muss der betreffende Zusatzstoff mit dem Hinweis "aus genetisch veränderten .... (etwa: Sojabohnen)" versehen werden.

Verarbeitete Zusatzstoffe der "zweiten Generation". Eine Reihe von Zusatzstoffen werden nicht direkt aus gentechnisch veränderten Pflanzen gewonnen. Man erhält sie, indem die pflanzlichen Rohstoffe weiteren chemischen oder anderen Verarbeitungsschritten unterzogen werden. Dabei werden die ursprünglichen pflanzlichen Rohstoffe chemisch verändert.  

Beispiele:

Kennzeichnung:

  • Es ist in der EU-Verordnung nicht eindeutig festgelegt, ob auch solche Zusatzstoffe zu kennzeichnen sind, die sich indirekt aus GVOGVO-Grundstoffen ableiten und diese nur in abgewandelter Form enthalten. In der Praxis werden solche Zusatzstoffe nicht gekennzeichnet.

Zusatzstoffe hergestellt mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen. Eine ganze Reihe von Zusatzstoffen kann mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden. Die Mikroorganismen geben die Substanzen in die Kulturlösung ab, in der sie leben. Daraus werden die Zusatzstoffe zunächst isoliert und anschließend aufgereinigt. Überreste der Mikroorganismen dürfen in den Zusatzstoffen nicht vorhanden sein.

Beispiele:

Kennzeichnung:

  • Zusatzstoffe, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt werden, werden nicht gekennzeichnet.

Ähnliches gilt, wenn konventionelle Mikroorganismen mit Nährstoffen "gefüttert" werden, die ihrerseits aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden: Werden etwa Bakterien, die einen bestimmten Zusatzstoff produzieren, mit Glucose aus gentechnisch verändertem Mais ernährt, ist der betreffende Zusatzstoff nicht kennzeichnungspflichtig.

Enzyme. Verbreiteter ist der Einsatz gentechnisch veränderter Mikroorganismen bei der Herstellung von EnzymenEnzymen. Da die allermeisten Enzyme jedoch rechtlich nicht als Lebensmittel, sondern als technische Hilfsstoffetechnische Hilfsstoffe gelten, werden sie nicht auf der Zutatenliste von Lebensmitteln aufgeführt. Daher ist eine Kennzeichnung im Hinblick auf den Einsatz von gv-Mikroorganismen nicht vorgeschrieben.

  • Die Enzyme Invertase (E 1103)Invertase (E 1103) und Lysozym (E 
              1105)Lysozym (E 1105) entfalten auch im Endprodukt noch Wirkung und haben daher den Status von Lebensmittelzusatzstoffen und müssen entsprechend in der Zutatenliste aufgeführt werden. Dennoch ist keine besondere Kennzeichnung erforderlich, wenn diese Enzyme mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt wurden.

 

25. August 2006 [nach oben springen]

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