Fr 24.11.2017 | 06:16 Uhr

Herstellung und Verwendung

Zusatzstoffe aus tierischen Rohstoffen


Als Lebensmittelzusatzstoffe werden sehr verschiedene Stoffe eingesetzt. Viele werden auf dem Wege chemischer Synthese hergestellt, einige mit Hilfe von Mikroorganismen und wieder andere aus pflanzlichen Rohstoffen. Und auch tierische Produkte können Ausgangspunkt für die Herstellung von Zusatzstoffen sein.

Nur selten sind die Hersteller jedoch auf von Tieren stammende Rohstoffe angewiesen. Lediglich die folgenden Zusatzstoffe können ausschließlich aus tierischen Rohstoffen hergestellt werden:

  • Echtes Karmin (E 120E 120) wird aus den Weibchen der Scharlach-Schildlaus (Coccus cacti) gewonnen.

  • Bienenwachs (E 901E 901) ist das Sekret, das Bienen als Material für den Bau ihrer Waben dient.

  • Schellack (E 904E 904) wird aus den harzartigen Ausscheidungen der weiblichen Gummilackschildläuse (Kerria lacca) hergestellt.

Hühnerei ist ein denkbarer, nicht jedoch der einzig mögliche Rohstoff für zwei Zusatzstoffe:

  • Lysozym (E 1105E 1105) wird in der Regel aus dem Eiklar gewonnen. Das EnzymEnzym kann jedoch auch mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden.

  • Lecithin (E 322E 322) ist ein natürlicher Bestandteil von Eigelb. In der Regel wird der EmulgatorEmulgator jedoch aus Soja-, Raps- oder Erdnussöl gewonnen.

Für die Herstellung einer ganzen Reihe verschiedener Zusatzstoffe sind FettsäurenFettsäuren (E 570E 570) nötig, die mit Hilfe chemischer und physikalischer Verfahren aus Speisefetten isoliert werden. Dies können tierische Fette wie Schweineschmalz, Rindertalg oder Milchfett sein. Häufig greifen die Hersteller jedoch auf Pflanzenfette - vor allem Soja-, Raps- oder Maisöl - als Rohstoffe für die Fettsäuren-Gewinnung zurück. Sie reagieren damit nicht zuletzt auf die Wünsche vieler Verbraucher. Auch wenn es heute unwahrscheinlich ist, dass Fettsäuren für die Herstellung von Lebensmittelzusatzstoffen aus tierischen Rohstoffen hergestellt wurden, kann dies nicht mit Sicherheit angenommen werden. Weil nur die Lebensmittelhersteller selbst eine verlässliche Aussage über die Herkunft der von ihnen eingesetzten Lebensmittelzusatzstoffe machen können, müssen sich Verbraucher im Zweifel direkt an sie wenden. Die folgenden Lebensmittelzusatzstoffe werden aus Speisefettsäuren hergestellt:

Ascorbinsäureester (E 304)Ascorbinsäureester (E 304)

Polysorbate (E 432 - 436)Polysorbate (E 432 - 436)

Ammoniumphosphatide (E 442)Ammoniumphosphatide (E 442)

Natrium- , Kalium-, Calcium- und Magnesiumsalze der Speisefettsäuren (E 470 a, E 470 b)Natrium- , Kalium-, Calcium- und Magnesiumsalze der Speisefettsäuren (E 470 a, E 470 b)

Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren (E 471) und ihre Ester-Verbindungen (E 472 a - f)Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren (E 471) und ihre Ester-Verbindungen (E 472 a - f)

Zuckerester von Speisefettsäuren (E 473)Zuckerester von Speisefettsäuren (E 473)

Zuckerglyceride (E 474)Zuckerglyceride (E 474)

Polyglycerinester von Speisefettsäuren (E 475)Polyglycerinester von Speisefettsäuren (E 475)

Propylenglycolester von Speisefettsäuren (E 477)Propylenglycolester von Speisefettsäuren (E 477)

Thermooxidiertes Sojaöl mit Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren (E 479 b)Thermooxidiertes Sojaöl mit Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren (E 479 b)

Stearyltartrat (E 483)Stearyltartrat (E 483)

Sorbitanfettsäureester (E 491 - 495)Sorbitanfettsäureester (E 491 - 495)

 

Fragen und Antworten
Die häufigsten Fragen - und die Antworten
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Recht und Zulassung
Was ist ein Zusatzstoff?
Zulassung
Kennzeichnung
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Herstellung und Verwendung
Die Funktionsklassen
Von Antioxidationsmittel bis Verdickungsmittel
Gentechnik bei der Herstellung von Zusatzstoffen
Zusatzstoffe aus tierischen Rohstoffen
Zusatzstoffe in Bio-Lebensmitteln
Gesundheit
ADI-Wert: Wie viel Zusatzstoff darf's sein?
Machen Zusatzstoffe krank?
Stoffwechselkrankheiten: Unverträgliche Zusatzstoffe
Allergien durch Zusatzstoffe?
21. September 2006 [nach oben springen]

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