Fr 24.11.2017 | 06:28 Uhr

Herstellung

Gentechnik bei Zusatzstoffen


Auch bei Zusatzstoffen kann Gentechnik eine Rolle spielen. Die Rohstoffe, aus denen Zusatzstoffe hergestellt werden, können aus gentechnisch veränderten Pflanzen stammen. Möglich ist aber auch der Einsatz gentechnisch veränderter Mikroorganismen. Nur in wenigen Fällen ist eine besondere Kennzeichnung vorgeschrieben.

Zusatzstoffe aus gentechnisch veränderten Pflanzen.
Einige Zusatzstoffe werden aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt, etwa Soja, Mais oder Baumwolle. Bei diesen Pflanzenarten werden weltweit gentechnisch veränderte Sorten großflächig angebaut. Je nach Herkunft der Rohstoffe können die jeweiligen Zusatzstoffe vollständig oder zu einem gewissen Anteil aus gentechnisch veränderte Pflanzen bestehen.

Beispiele:

  • Lecithin (E
              322)Lecithin (E 322) und Tocopherol (E 306)Tocopherol (E 306) aus gentechnisch verändertem Soja

  • Cellulose (E
              460)Cellulose (E 460) aus gentechnisch veränderter Baumwolle

Kennzeichnung:

  • Zusatzstoffe, die unmittelbar aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt sind, müssen gekennzeichnet werden.

  • Auf der Zutatenliste muss der betreffende Zusatzstoff mit dem Hinweis "aus genetisch veränderten .... (etwa: Sojabohnen)" versehen werden.

Verarbeitete Zusatzstoffe der "zweiten Generation".
Eine Reihe von Zusatzstoffen wird nicht direkt aus gentechnisch veränderten Pflanzen gewonnen. Man erhält sie, indem die pflanzlichen Rohstoffe weiteren chemischen oder anderen Verarbeitungsschritten unterzogen werden. Dabei werden die ursprünglichen pflanzlichen Rohstoffe chemisch verändert.  

Beispiele:

  • Mono- und
              Diglyceride (E 471)Mono- und Diglyceride (E 471)werden aus FettsäurenFettsäuren gewonnen. Rohstoff dafür können gentechnisch veränderte Sojabohnen sein.

  • Maltit (E 965)Maltit (E 965) wird aus StärkeStärke hergestellt, die von gentechnisch verändertem Mais stammen könnte.

Kennzeichnung:

  • Es ist in der EU-Verordnung nicht eindeutig festgelegt, ob auch solche Zusatzstoffe zu kennzeichnen sind, die sich indirekt aus GVOGVO-Grundstoffen ableiten und diese nur in abgewandelter Form enthalten. In der Praxis werden solche Zusatzstoffe nicht gekennzeichnet.

Zusatzstoffe hergestellt mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen.
Eine ganze Reihe von Zusatzstoffen kann mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden. Die Mikroorganismen geben die Substanzen in die Kulturlösung ab, in der sie leben. Daraus werden die Zusatzstoffe zunächst isoliert und anschließend aufgereinigt. Überreste der Mikroorganismen dürfen in den Zusatzstoffen nicht vorhanden sein.

Beispiele:

  • Riboflavin (E
              101)Riboflavin (E 101), Ascorbinsäure (E 300)Ascorbinsäure (E 300) oder Glutamat (E 621)Glutamat (E 621)

Kennzeichnung:

  • Zusatzstoffe, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt werden, werden nicht gekennzeichnet.

Ähnliches gilt, wenn konventionelle Mikroorganismen mit Nährstoffen "gefüttert" werden, die ihrerseits aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden: Werden etwa Bakterien, die einen bestimmten Zusatzstoff produzieren, mit Glucose aus gentechnisch verändertem Mais ernährt, ist der betreffende Zusatzstoff nicht kennzeichnungspflichtig.

Enzyme
Verbreiteter ist der Einsatz gentechnisch veränderter Mikroorganismen bei der Herstellung von EnzymenEnzymen. Da die allermeisten Enzyme jedoch rechtlich nicht als Lebensmittel, sondern als technische Hilfsstoffetechnische Hilfsstoffe gelten, werden sie nicht auf der Zutatenliste von Lebensmitteln aufgeführt. Daher ist eine Kennzeichnung im Hinblick auf den Einsatz von gv-Mikroorganismen nicht vorgeschrieben.

  • Die Enzyme Invertase (E 1103)Invertase (E 1103) und Lysozym (E
              1105)Lysozym (E 1105) entfalten auch im Endprodukt noch Wirkung, haben daher den Status von Lebensmittelzusatzstoffen und müssen entsprechend in der Zutatenliste aufgeführt werden. Dennoch ist keine besondere Kennzeichnung erforderlich, wenn diese Enzyme mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt wurden.

 

Weitere Informationen bei TransGen
Einkauf: "Ist da Gentechnik drin?"
Leitfaden Kennzeichnung
Kennzeichnung von Lebensmittelzusatzstoffen, Aromen und Enzymen
Mikroorganismen: Einzeller als Produktionsfabriken
Vitamin B2: Herstellung mit gv-Mikroorganismen
Enzyme, Lebensmittel, Gentechnik
EU-Verordnung (1829/2003) über gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel
Fragen und Antworten
Die häufigsten Fragen - und die Antworten
Die Datenbank. Über zusatzstoffe-online.de.
Recht und Zulassung
Was ist ein Zusatzstoff?
Zulassung
Kennzeichnung
Neue EU-Gesetzgebung
Links: Behörden, Expertengremien, Gesetzestexte
Herstellung und Verwendung
Die Funktionsklassen
Von Antioxidationsmittel bis Verdickungsmittel
Gentechnik bei der Herstellung von Zusatzstoffen
Zusatzstoffe aus tierischen Rohstoffen
Zusatzstoffe in Bio-Lebensmitteln
Gesundheit
ADI-Wert: Wie viel Zusatzstoff darf's sein?
Machen Zusatzstoffe krank?
Stoffwechselkrankheiten: Unverträgliche Zusatzstoffe
Allergien durch Zusatzstoffe?
25. August 2006 [nach oben springen]

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