Mi 22.11.2017 | 17:40 Uhr

E 102

Tartrazin

 

Farbstoff

 

Erläuterung

Der synthetische Farbstoff Tartrazin färbt Lebensmittel zitronengelb. Er gehört zur Gruppe der AzofarbstoffeAzofarbstoffe, ist wasserlöslich und auch in saurer Umgebung sowie unter hohen Temperaturen farbecht.

Herstellung

Tartrazin wird in einem mehrstufigen Prozess, der so genannten Azokupplung, chemisch synthetisiert. Dabei entstehen die für alle Azofarbstoffe charakteristischen Azogruppen aus zwei Stickstoffatomen. Unter Tartrazin wird im Allgemeinen das Natriumsalz der Verbindung verstanden. Die Calcium- und Kaliumsalze sowie der Aluminiumlack des Stoffes sind ebenfalls zugelassen.

Einsatz

Tartrazin ist nur für bestimmte Lebensmittel zugelassen. Dazu gehören unter anderem:

  • Brausepulver, Brause, Sirup (max. 100 mg/l)

  • aromatisierter Schmelzkäse (max. 100 mg/kg)

  • Fleisch- und Fischersatzprodukte aus pflanzlichem Eiweiß (max. 100 mg/kg)

  • Speiseeis, Pudding und Desserts (max. 150 mg/kg)

  • Kuchen, Kekse, Blätterteiggebäck (max. 200 mg/kg)

  • gesalzene Knabberartikel aus Kartoffeln oder Getreide (max. 200 mg/kg)

  • Spirituosen, Frucht- und Obstweine (max. 200 mg/l)
    Süßwaren (max. 300 mg/kg)

  • Senf und Würzsoßen (max. 300 mg/l)

  • Nahrungsergänzungsmittel (max. 300 mg/kg)

Um verschiedene Gelb-, Grün- oder auch Brauntöne zu erreichen, wird Tartrazin oft in Mischung mit anderen Farbstoffen eingesetzt. Tartrazin wird auch zum Färben von Arzneimitteln, Kosmetika, Reinigungsmitteln und Textilien verwendet. Auf den Verpackungen von Arzneimitteln weist ein Warnhinweis darauf hin.

Sicherheit

  • ADI‑WertADI‑Wert: 7,5 mg/kg Körpergewicht

  • Tartrazin gilt als unbedenklich.

  • Wegen seiner chemischen Struktur kann es jedoch bei entsprechend veranlagten Menschen allergische Symptome (PseudoallergiePseudoallergie) auslösen. Insbesondere, wenn bereits eine Allergie gegen Salicylsäure und ihre Abkömmlinge besteht, kann es zu Symptomen auf der Haut oder an den Atemwegen kommen.

  • Die so genannten Salicylate finden sich in Aspirin (Wirkstoff Acetylsalicylsäure) sowie natürlicherweise in Ananas, Apfelsinen, Aprikosen, Erdbeeren, Grapefruit, Himbeeren, Honig, Johannisbeeren (rot und schwarz), Weintrauben und Zitronen. Auch Personen, die empfindlich auf Benzoesäure (E 210)Benzoesäure (E 210) reagieren oder unter Asthma leiden, können pseudoallergisch auf Tartrazin reagieren.

  • Lebensmittel, die diesen Farbstoff enthalten, müssen seit dem 20. Juli 2010 den folgenden Hinweis auf dem Etikett tragen: "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen".

  • Im Zuge der Neubewertung von E 102 bestätigte die EFSA im Jahr 2009, dass Tatrazin bei bestimmten Menschen Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen kann. Änderungen der Zulassung oder des ADI-Wertes wurden jedoch nicht beschlossen.

 

Dokumentation
Wissenschaftliche Bewertung
/td><td class=Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA Bewertung der Ergebnisse der Studie von McCann et al. (2007) zu den Auswirkungen einiger Farbstoffe und von Natriumbenzoat auf das Verhalten von Kindern
Weitere Informationen
/td><td class=Europäisches Parlament: Neue EU-Gesetzgebung zu Lebensmittelzusatzstoffen (Pressemitteilung vom 8. Juli 2008
Fragen und Antworten
Die häufigsten Fragen - und die Antworten
Die Datenbank. Über zusatzstoffe-online.de.
Recht und Zulassung
Was ist ein Zusatzstoff?
Zulassung
Kennzeichnung
Neue EU-Gesetzgebung
Links: Behörden, Expertengremien, Gesetzestexte
Herstellung und Verwendung
Die Funktionsklassen
Von Antioxidationsmittel bis Verdickungsmittel
Gentechnik bei der Herstellung von Zusatzstoffen
Zusatzstoffe aus tierischen Rohstoffen
Zusatzstoffe in Bio-Lebensmitteln
Gesundheit
ADI-Wert: Wie viel Zusatzstoff darf's sein?
Machen Zusatzstoffe krank?
Stoffwechselkrankheiten: Unverträgliche Zusatzstoffe
Allergien durch Zusatzstoffe?
18. November 2010 [nach oben springen]

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