Mi 22.11.2017 | 17:39 Uhr

E 452

Polyphosphate

 

Komplexbildner, Schmelzsalz, Stabilisator

 

auch: Phosphate

 

Erläuterung

Polyphosphate sind Abkömmlinge der Phosphorsäure (E 338)Phosphorsäure (E 338). Je nachdem, welche Alkalimetallionen im Molekül gebunden sind, werden folgende Varianten unterschieden: Natriumpolyphosphat, Kaliumpolyphosphat, Natriumcalciumpolyphosphat, Calciumpolyphosphat.

Wegen ihrer besonderen chemischen Eigenschaften werden Phosphate in der Lebensmittelindustrie in sehr verschiedenen Funktionen eingesetzt (siehe Natriumphosphat E 339Natriumphosphat E 339). Von allen als Lebensmittelzusatzstoff zugelassenen Phosphaten sind die Polyphosphate die stärksten Eiweißlöser. Sie sind darüber hinaus sehr gut als Schmelzsalze geeignet. In geringem Umfang hemmen sie das Wachstum von Bakterien.

Herstellung

Polyphosphate werden unter großer Hitze aus Phosphatlösungen gewonnen.

Einsatz

Polyphosphate sind zusammen mit allen anderen Phosphaten nur für bestimmte Lebensmittel zugelassen. Dazu gehören unter anderem:

  • Fleischerzeugnisse (max. 5 g/kg)

  • Schmelzkäse und Zubereitungen daraus (max. 20 g/kg)

  • Desserts (max. 1 g/kg)

  • Speiseeis (max. 3 g/kg)

Polyphosphate sind darüber hinaus in der Trinkwasseraufbereitung im Einsatz.

Sicherheit

  • ADI‑WertADI‑Wert: 70 mg/kg Körpergewicht (für die Summe von Phosphorsäure und aller Phosphate)

  • Phosphate gelten als unbedenklich.

  • Durch große Mengen Phosphat (1,5 bis 2,5 g pro Tag) wurden ein Abfall des Calciumspiegels und ein Anstieg des Parathormonspiegels im Blut beobachtet. Die daraus abgeleitete These, eine hohe Phosphat-Aufnahme störe das Calcium-Phosphat-Gleichgewicht im Körper und führe zum Abbau von Calcium aus den Knochen, konnte jedoch nicht bestätigt werden.

  • Auch der Verdacht, dass Phosphate an der Entstehung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Kindern beteiligt seien, konnte nicht bestätigt werden.

 

Siehe auch:

 

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17. März 2011 [nach oben springen]

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