Fr 24.11.2017 | 13:38 Uhr

E 450

Diphosphate

 

Komplexbildner, Säureregulator, Schmelzsalze

 

auch: Phosphate

 

Erläuterung

Diphosphate sind Abkömmlinge der Phosphorsäure (E 338)Phosphorsäure (E 338). Je nachdem, welche und wie viele Alkalimetallionen im Molekül gebunden sind, werden folgende Varianten unterschieden: Dinatrium-Diphosphat, Trinatrium-Diphosphat, Tetranatrium-Diphosphat, Tetrakalium-Diphosphat, Dicalcium-Diphosphat, Calciumdihydrogen-Diphosphat. Nach ihren technologischen Eigenschaften werden die Verbindungen für unterschiedliche Zwecke eingesetzt.

Wegen ihrer besonderen chemischen Eigenschaften werden Phosphate in der Lebensmittelindustrie in sehr verschiedenen Funktionen eingesetzt (siehe Natriumphosphat E 339Natriumphosphat E 339). Diphosphate zeichnen sich durch eine besonders starke komplexbildende Wirkung aus und werden daher insbesondere als Kuttermittel und Schmelzsalze eingesetzt. Sie verhindern zudem in vielen Lebensmitteln das unerwünschte Ausfallen schwerlöslicher Calcium-Verbindungen.

Herstellung

Diphosphate werden mit Hilfe von Natron-, Kali- oder Calciumlauge aus Phosphorsäure hergestellt.

Einsatz

Diphosphate sind zusammen mit allen anderen Phosphaten unter Einhaltung nur für bestimmte Lebensmittel zugelassen. Dazu gehören unter anderem:

  • Fleischerzeugnisse (max. 5 g/kg)

  • Schmelzkäse und Zubereitungen daraus (max. 20 g/kg)

  • Desserts (max. 1 g/kg)

  • Speiseeis (max. 3 g/kg)

  • Mehle und Backmischungen (max. 2,5 bzw. 20 g/kg)

Diphosphate werden darüber hinaus in Reinigungsmitteln und der Papierherstellung eingesetzt.

Sicherheit

  • ADI‑WertADI‑Wert: 70 mg/kg Körpergewicht (für die Summe von Phosphorsäure und aller Phosphate)

  • Phosphate gelten als unbedenklich.

  • Durch große Mengen Phosphat (1,5 bis 2,5 g pro Tag) wurden ein Abfall des Calciumspiegels und ein Anstieg des Parathormonspiegels im Blut beobachtet. Die daraus abgeleitete These, eine hohe Phosphat-Aufnahme störe das Calcium-Phosphat-Gleichgewicht im Körper und führe zum Abbau von Calcium aus den Knochen, konnte jedoch nicht bestätigt werden.

  • Auch der Verdacht, dass Phosphate an der Entstehung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Kindern beteiligt seien, konnte nicht bestätigt werden.

 

Siehe auch:

 

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17. März 2011 [nach oben springen]

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